|
|
|
|
|
|
Bernstein gibt es seit vielen Millionen Jahren, aber bevor man wissenschaftliche Erklärungen fand, gab es viele Mythen und Sagen um die Entstehung von Bernstein. Einer der Geschichten war die von Europides (480-407 v.Chr.), wo der Sonnengott Helios täglich mit seinem Sonnenwagen über den Himmel fuhr, um den Menschen, Tieren und Pflanzen Licht und Wärme zu geben. Sein Sohn Paeton wollte auch gerne mit dem Sonnenwagen fahren, aber das durfte er nicht.
An einem Tag bekam er die Chance dazu. Zusammen mit seiner Schwester Heliaderne spannte er den Sonnenwagen an und jagte in den Himmel. Unerfahren wie er war, fuhr er bald dicht an die Erde heran und dann wieder dicht an den Himmel. Als er wieder dicht an die Erde heranfuhr, trocknete alles und ging in Flammen auf. Danach breitete sich Kälte und Eis aus. Um die Erde zu retten, warf Zeus einen Blitz nach Paeton, der stürzte aus seinem Sonnenwagen und fiel in den Fluss Eridanos, wo er ertrank. Heliaderne wurde zur Strafe in eine Pappel verwandelt, die am Flussufer stand und Tränen weinte über ihr eigenes Schiksal und das ihres Bruders. Diese Tränen wurden, als sie auf das Wasser trafen, die schönsten goldenen Bernsteinklumpen.
Heute wissen wir, dass der Bernstein den wir an der Westküste finden aus Harz entstanden. Das war vor ca. 40-50 Mio. Jahren, als Dänemark und England noch miteinander verbunden waren. Der Bernstein wurde vom Sturm im Meer aufgewühlt und da er eine geringere Dichte hat als Salzwasser, schwamm er mit den Wellen Richtung Land.
Die meisten Bernsteine die wir finden, sind von so guter Qualität und haben die richtige Grösse, um sie leicht zu verarbeiten, zB. als Schmuck. Man kann aber auch Pech haben und einen Copal finden (nicht vollständig ausgehärteter Bernstein). Diesen kann man nicht verarbeiten, nur bewundern. Einen dieser Copale von der Größe eines Handballes kann man im Naturcenter Tønnisgard auf Rømø anschauen.
Im Winterhalbjahr hat man gute Chancen am Strand an der Westküste Bernstein zu finden. Angeblich soll der beste Zeitpunkt 3-4 Hochwasser nach einem Sturm sein, wo man im ablaufenden Wasser suchen kann. Wenn man richtig Glück hat, kann man ein Stück finden, in dem Insekten eingeschlossen sind. Diese Stücke haben selbstverständlich einen großen Wert, aber nur jedes 1000. Stück hat auch ein Insekt o.Ä. eingeschlossen. Im Naturcenter Tønnisgard auf Rømø kann man eine Zeitreise von 40 Mio. Jahren machen und Bernstein sehen, in denen Mücken eingeschlossen sind, die genau den Mücken gleichen, die wir heute kennen.
|
|
|
Bente Krog Naturcenter Tønnisgård
Mittwoch, April 09 2008
|
|
|
|
|